Die unendliche Bäderdiskussion

Nun liegt das nächste Gutachten auf dem Tisch. Nachdem der Neubau eines neuen Kombi-Schwimmbads in Kamen laut der Firma Constrata mindestens 28 Millionen Euro kosten soll, schockiert das neue Gutachten zum Erhalt und zur Sanierung der bestehenden Bäder mit einem Gesamtvolumen von ca. 30 Millionen Euro. Das ist nach den bisherigen Schätzungen sehr viel, war aber nach der Offenlage der Badneubauplanungen zu erwarten. Wir wollen hierbei nicht das Gutachten der Firma Constrata in Frage stellen. Wir gehen davon aus, dass seriös gerechnet wurde, auch wenn wir die bisherigen Gutachten noch nicht vorliegen haben und damit auch nicht im Detail prüfen konnten.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Stadt Kamen eine Kommune ist, die sich in der Haushaltssicherung befindet. Bereits in der letzten Haushaltsrede hat die Ratsfraktion der GRÜNEN angemahnt, dass diese Summen incl. Rückbau der bestehenden Bäder und sonstiger Neben- und Folgekosten von der Stadt Kamen und den Gemeinschaftsstadtwerken GSW als Partnerin kaum zu leisten sind.

Wir wissen nicht, was eine langsam abflauende Konjunktur für Kamen bedeutet und wir wissen nicht, welche Anstrengungen die Stadtwerke in Zukunft unternehmen müssen, um auf dem sich immer schneller im Wandel befindlichen Energiemarkt zu bestehen. Aus heutiger Sicht mögen die genannten Summen rechnerisch noch irgendwie zu bewerkstelligen sein, mittel- und langfristig gibt es aber berechtigte Zweifel. Zumal auch nebenher noch andere wichtige Zukunftsaufgaben, wie mehr soziale Gerechtigkeit und der Klimaschutz, auch in Kamen zu leisten sind.

Daher haben wir als Bündnis 90/DIE GRÜNEN kein Verständnis dafür, dass der Bau eines neuen Kombibads in Kamen oder die Sanierung der bestehenden Bäder als alternativlos erscheint. Gerade jetzt halten wir es für zwingend geboten, Verhandlungen mit der Stadt Bergkamen aufzunehmen, um auch den Bau eines gemeinsamen Schwimmbads zu diskutieren und um wenigstens seriöse Zahlen hierzu zu ermitteln. Bergkamen ist in der gleichen Situation wie Kamen. Das geplante Schwimmbad in Bergkamen befindet sich lediglich etwas mehr als zwei Kilometer von den Neubauplanungen in Kamen entfernt. Das Bad kann problemlos so konzipiert werden, dass es für die Bedarfe beider Städte reicht.

Es darf bei der Betrachtung keine Tabus geben. Das sind wir den Bürger*innen unserer Stadt auch insbesondere als Steuerzahler*innen schuldig. Und nebenher kann vielleicht auch soviel Geld eingespart werden, dass der Erhalt der Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve wieder im Bereich des Möglichen ist. Denn das sind wir auch den Menschen in Heeren-Werve schuldig, denen die Schließung des zweiten Bades innerhalb kurzer Zeit droht.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Dörlemann (Fraktionssprecherin)

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