„Glückauf-Diskussion“ ist wichtig und notwendig

Mit großem Interesse verfolgt die Ratsfraktion der Grünen die derzeitige „Glückauf-Diskussion“, die von Tanja Brückel, unserer unabhängigen Bürgermeisterkandidatin, angestoßen wurde. Sie ist wichtig und notwendig für Kamen.

Kaum jemand in Kamen stammt nicht direkt oder zumindest indirekt aus einer Bergarbeiterfamilie oder hat sogar noch selber im Bergbau gearbeitet, auch bei uns Grünen. Kamen war einst Bergbaustadt. Viele Familien sind im Zuge des Bergbaus nach Kamen gekommen und haben hier ihre Heimat gefunden. Die Schachtanlage Monopol ist aber bereits seit 35 Jahren geschlossen. Auch der Schacht Grillo 1 ist seit Jahren nicht mehr in Betrieb und mittlerweile verfüllt.

Seit der Schließung ist einiges unternommen worden, um neue Arbeitsplätze in Kamen zu schaffen. Das ist auch zum Teil gelungen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Kamen immer noch strukturschwächer ist als vergleichbare Städte in anderen Regionen. Laut IT-NRW liegt das Pro-Kopf-Einkommen ca. 10% unter dem Niveau des Landes NRW. Das heißt, hier ist die Arbeitslosenzahl immer noch höher als der Landesdurchschnitt und es gibt leider auch viele Menschen, die Arbeit in Branchen haben, bei denen das Lohnniveau eher niedriger angesiedelt ist. Zudem gibt es auch mehr Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Das belastet viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch den städtischen Haushalt.

Traditionen sind wichtig und müssen auch gepflegt werden. Dazu gehört auch das „Glückauf“. Aber bitte nur als Traditionsgruß und nicht, wie in der Diskussion zum Ausdruck gebracht wird, als Lebens- und Heimatgefühl. Das macht uns nur ewiggestrig und altbacken. Gefragt sind aber moderne, zeitgemäße Ideen und Konzepte, um Kamen fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehören der Ausbau digitaler Netze, eine selbstbewusste Wirtschaftsförderung und ein konzeptionelles Stadtmarketing. Auch beim Ausbau regenerativer Energien hinken wir weit hinterher und das sogar im Kreisvergleich.

Neben tatsächlich vorhandener struktureller Schwäche hat das auch mit dem Kohle- und Bergbau-Gen zu tun, dass einige Entscheidungsträger immer noch zur Schau stellen. Auch ein „Glückauf“ kann da schon mal mehr ausgrenzen statt einladen.

Wir von Bündnis 90/Die GRÜNEN sind der festen Überzeugung, dass Tanja Brückel die zukunftsweisendsten Ideen hat und nicht im Gestern verharrt. Sie wird Antworten darauf geben, wie Kamen nicht nur heute, sondern auch in 10-15 Jahren aussehen wird. Egal wer aber am 17.06. die Bürgermeisterwahl gewinnt, wir Grünen werden diese Diskussion weiterführen, damit unsere Stadt zukunftsfähig und richtungsweisend aufgestellt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Dörlemann (Fraktionsvorsitzende)

Foto: Michael Brauckmann

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