Planungsausschuss gibt Anträge von SPD, GRÜNEN und Linken als Prüfaufträge an die Verwaltung

Die Verwaltung der Stadt Kamen soll prüfen, ob an der öffentlichen Toilettenanlage am Willy-Brandt-Platz ein Trinkwasserbrunnen entstehen kann. Zudem sollen Ideen für Veränderungen an zwei Plätzen in der Innenstadt entwickelt werden. Das entschied der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss. Er stimmte am Mittwoch mehrheitlich für die zwei Anträge der Ratsfraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke, die diese Prüfungen anstoßen.

Das kostenlose Nachfüllen einer Trinkflasche ist in der Innenstadt bisher nur dort möglich, wo ein Geschäft oder eine Einrichtung beim Netzwerk „Refill Deutschland“ mitmacht und geöffnet hat. Abends, sonntags und an Feiertagen entfällt diese Möglichkeit, sofern sich nicht Lokale beteiligen. Die Verwaltung prüft nun, ob sich die vorhandenen Wasseranschlüsse der Toilettenanlage für einen außerhalb des Gebäudes liegenden Brunnen nutzen lassen und was er kosten würde. Zugleich soll sie bei Gewerbetreibenden für das Netzwerk werben und, wenn möglich, auch städtische Einrichtungen als Nachfüllstationen anmelden.

„Wer im Sommer durch die Innenstadt läuft, sollte nicht erst ein offenes Café suchen müssen, um die eigene Flasche aufzufüllen. Ein Brunnen am Willy-Brandt-Platz wäre zu jeder Tageszeit da, auch am Sonntag“, sagt Sandra Heinrichsen, Vorsitzende der GRÜNEN-Fraktion.

Der zweite Antrag betrifft den Platz unter der Platane vor der Parfümerie Pieper und die Fläche vor dem Haupteingang der Sparkasse. Die Verwaltung soll dort Entsiegelung, Begrünung und Sitzgelegenheiten prüfen, vor der Sparkasse zusätzlich kindgerechte Elemente. Grundlage für die Gestaltungsideen ist unter anderem eine nicht repräsentative Befragung der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 4. Juli 2026 mit 65 Teilnehmenden.

„Viele Kamenerinnen und Kamener möchten sich in der Innenstadt einfach hinsetzen, ohne etwas bestellen zu müssen. An beiden Plätzen fehlt es vor allem an Grün und an Bänken, auf denen man gern länger sitzt. Das haben uns die Menschen am Infostand deutlich gesagt. Wir wollen keine teure Neugestaltung, sondern mit dem aktuell sehr knappen finanziellen Rahmen umsetzbare Verbesserungen, die man im Alltag spürt“, so Heinrichsen.

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